14.07. nach Havöysund
Wir haben uns entschieden den nördlichsten der "Nationalen Touristenwege" Norwegens auch noch zu befahren. Da die Straße am "Ende der Welt" und in einer Sackgasse endet, werden wir die knapp 90 km morgen wieder zurückfahren müssen, aber die Beschreibung der Strecke hört sich zu schön an.
Und tatsächlich lohnt es sich sehr: Wenig Verkehr, ebenso schön wie die Landschaft ums Nordkap, nur eben nicht so viele Menschen. Ein paar wunderschöne Rastplätze, jeder hat etwas Besonderes. Mal die Brücke, die zum Wanderweg Richtung Wasserfall überleitet.
Mal die überdachten Sitzgelegenheiten, die in die verschiedensten Richtungen geöffnet sind, so dass man immer windgeschützt sitzen kann.
Dann wieder ein Sanitärgebäude, das architektonisch seinesgleichen sucht und mit einer ausladenden Rampe auch noch dafür sorgt, dass man mit dem Rollstuhl zum Strand kann.
Auf der Strecke treffen wir jede Menge Rentiere, in einer Bucht beobachten wir einen Wal. Und zum vorhin angesprochenen Wasserfall sind wir natürlich auch gegangen.
Havöysund ist ein kleiner Fischerort - eine Reihe von Fangschiffen, der Anleger für die Hurtigrutenboote, viel mehr gibt es nicht.
Auf dem Parkplatz treffen wir eine junge Frau aus Deutschland, die mit dem Fahrrad unterwegs ist. Jonna fragt, ob wir nicht zur "Arctic View" rausfahren und sie dorthin mitnehmen können - die 20prozentige Steigung schafft sie mit dem Rad nicht. Kurz überlegt, Jonna stellt das Fahrrad und ihr komplettes Gepäck beim außerhalb liegenden Friedhof ab und los geht es. Während der Fahrt erfahren wir, das Jonna als Ingenieurin bei einem Windradhersteller in Berlin gearbeitet hat und jetzt eine zweijährige berufliche Pause einlegt!!! Sie ist seit April alleine unterwegs - wow! Von ihr erfahren wir auch ein bisschen zur Windkraft in Norwegen - auch hier eine umstrittene Technik, insbesondere bei den Sami, die ihre Lebensgrundlage (die Natur bzw. die Rentiere) gefährdet sehen.
Die Aussicht am Ende der Straße aufs weite Meer ist wirklich etwas besonderes - karg, spröde, aber dennoch majestätisch. Hinterher setzen wir Jonna wieder beim Friedhof ab - natürlich sind all ihre Habseligkeiten noch da!
Wir sichern uns einen Platz am Hafen, machen noch einen Rundgang durch den Ort und gehen noch kurz etwas einkaufen - nachher wird gegrillt.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen