20.07. nach Pajala
In der Nacht hat es viel geregnet - das Wetter ist seit gestern sehr trübe und feucht. Jetzt ist es wenigstens trocken, wenn auch mit 13 Grad sehr frisch.
Bevor wir Kiruna verlassen, wollen wir uns noch das anschauen, was neu entsteht - als wir vor ca. 12 Jahren schon einmal hier waren, hatte die Transformation der Stadt gerade begonnen. Um das Erzvorkommen weiter abbauen zu können, müssen Teile der Stadt, insbesondere das alte Stadtzentrum, verlagert werden: Häuser werden abgerissen, Wohnungen neu gebaut, das gilt auch für Rathaus und Bibliothek und viele der Geschäfte. All das ist im früheren Stadtkern nicht mehr sicher. Gestern haben wir erfahren, dass das nicht zum ersten Mal passiert - in den 60er Jahren hat man das schon einmal gemacht.
Der Transformationsvorgang wird erst in den 2030er Jahren abgeschlossen sein - so lange ist alles im Übergang und das sieht man auch. An vielen Stellen werden Gebäude abgerissen, an anderen neu gebaut. Das betrifft auch Straßen und Parks und in zwei Jahren wird Kirunas Kirche (eines der wenigen schönen und alten Gebäude, die Kiruna zu bieten hat) umgesetzt - in einem Stück an den neuen Standort transportiert!
Das neue Zentrum reißt uns nicht vom Hocker - zu viele Gebäude, die auf den ersten Blick nicht zusammmenpassen. Sieht aus wie ein Skisportort in den Alpen im Sommer.
Auch das Haus des Firmengründers wurde schon das 2. Mal versetzt.
Aber: Auch früher war Kiruna nicht schön, der Ort hat wenig zu bieten außer der Mine, um die sich alles dreht. Sie gehört übrigens zu 100% dem Staat und ihre Überschüsse finanzieren jede Menge staatliche Leistungen.
Zu Beginn diesen Jahres hat man ein riesiges Vorkommen an seltenen Erden in Kiruna entdeckt, das mittelfristig hier abgebaut werden soll und geeignet ist, Europas von China unabhängig(er) zu machen.
Nachdem wir noch eingekauft haben, machen wir uns auf dem Weg - zunächst etwa 70km zurück auf der E10 und der E45, dann auf die 395 Richtung Süden. Nachdem wir die mächtige und spektakuläre Natur Norwegens vor ein paar Tagen hinter uns gelassen haben, geht es gemächlicher zu und wir suchen eher "das kleine Glück". Ein kleiner Ausflug in eine Schlucht über eine laaaange Holztreppe und ein Abstecher zum Zusammenfluss zweier großer Flüsse gehören auf jeden Fall dazu.
Zwei seeeeehr lange Baustellen (wohl ca. 15 km Schotterweg...) machen allerdings nicht so viel Spaß. Aber wir haben ja Zeit.
Unser Nachtlager richten wir am Fluß Torneälv ein, außer uns sind auf dem netten Platz (Wiese, Picknicktische) nur zwei finnische Angler.
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